Platz 1: Antibiotikum mit Zweifach-Wirkung: Gegen resistente Bakterien und septischen Schock
Das Grazer Forschungsprojekt pba³ unter der Leitung von Professor Karl Lohner überzeugte die international besetzte Expertenjury mit einem hochinnovativen Antibiotikum. Das Forscherteam der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat sich zum Ziel gesetzt, einen Wirkstoff zu entwickeln, der im Kampf gegen resistente Bakterien eingesetzt wird und dabei gleichzeitig den möglichen septischen Schock verhindert. Der Bedarf an neuartigen Therapiemöglichkeiten zur Behandlung von septischen Schocks ist weltweit hoch, da eine Sepsis als Komplikation von allen bakteriellen Infektionen auftreten kann. Die als Blutvergiftung bekannte Sepsis ist eine schwere Erkrankung, die insbesondere geschwächte Patienten betrifft und häufig tödlich endet. Das Grazer Forscherteam konzentriert seine Forschung daher auf spezielle Peptide, die durch einen besonders innovativen dualen Wirkmechanismus die Heilungschancen enorm verbessern.
Platz 2: microQCM macht die Arbeit von 96 Reagenzgläsern
Das neue entwickelte Sensordesign des Aachener Biochemikers Markus Gruber analysiert Biomoleküle wie etwa Proteine oder Nukleinsäure schneller, einfacher und kostengünstiger. Das innovative Verfahren verzichtet dabei vollständig auf Marker, sodass die Eigenschaften der Substanzen während der Analyse unbeeinflusst bleiben. Das Design besteht aus 96 miniaturisierten Reagenzflächen, wodurch gleichzeitig bis zu 96 Einzeltests möglich sind.
Best of Biotech – eine Erfolgsgeschichte
Insgesamt nahmen in den beiden diesjährigen Wettbewerbsrunden 45
Projektteams teil. Die meisten TeilnehmInnen kamen dabei aus
Österreich, aber auch aus Deutschland, Ungarn, Slowenien, der Slowakei
und Ukraine. In der Finalrunde wurden mehr als 15 Businesspläne
eingereicht; die 10 besten wurden von einer international besetzten
Jury bewertet.
„Die hohe Qualität der eingereichten Projekte zeigt einmal mehr, dass Österreich bzw. die EU über viele herausragende ForscherInnen verfügt. Durch die wirtschaftliche Verwertung dieses Know-hows entstehen neue Produkte, die eine enorme Chance für unseren Wirtschaftsstandort und den medizinischen Fortschritt bringen.“, betont Eva Czernohorszky, Geschäftsführerin der Life Science Austria Vienna Region, die in Wien die aws bei der Durchführung des Wettbewerbs unterstützte.
Die länderübergreifende Start-up-Initiative wird bereits seit 2001 durchgeführt und fand nun zum vierten Mal statt. Der Wettbewerb wird vom Schwerpunktprogramm Life Science Austria der austria wirtschaftsservice veranstaltet und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit finanziert. Peter Schintlmeister, Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit: „BOB ist ein wichtiger Motor für den Bereich Life Sciences. Durch seine internationale Ausrichtung ergeben sich starke Impulse für den Know-how-Transfer und zukünftige Kooperationen.“
Seit Beginn des Wettbewerbs gingen insgesamt 24 Neugründungen unter den BOB-TeilnehmerInnen hervor. „Durch unseren integrativen Förderansatz, der auf dem Zusammenspiel von Ausbildung, Forschung und Industrie beruht und mit innovativen, maßgeschneiderten Förderinstrumenten ergänzt wird, unterstützen wir junge WissenschafterInnen schon von Anfang an bei der Unternehmensgründung.“, so Sonja Hammerschmid, Bereichsleiterin Technologie & Innovation der aws und meint weiters: „Mit Best of Biotech haben ForscherInnen die Möglichkeit, aus einer ersten Geschäftsidee mit Hilfe speziellen Coachings einen vollständigen Businessplan auszuarbeiten.“
BOB
ist ein 2stufiger Businessplan-Wettbwerb mit Fokus Life Sciences und
richtet sich an Studierende und WissenschafterInnen von Universitäten
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie an alle, die auf
Basis von Forschungsergebnissen eine innovative Geschäftsidee
entwickelt haben.
Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.



